Freitag, 23. Oktober 2009

Ich lach mich scheckig!

Haha, kuckt euch das mal an. Hier surf ich im Weisswasser, weil die Wellen "draussen" zu gross und wild waren. Das eine Bild veranschaulicht, wie ich die Welle versuche mit den Zaehnen su fassen :-) Das war wirklich eine lustige session gestern.



Aloha!

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Wie ich hoere, frieren bei euch nicht mal jeden Tag die Autoscheiben zu! Wenn das kein Grund zur Freude ist.
Ich lolligage hier so vor mich hin. Ist eines meiner neuen Lieblingswoerter: lolligag (faulenzen).
Auf einem Spaziergang habe ich letztens ein paar Guppies gefangen und ihnen auf der Veranda ein gemuetliches Heim in einem alten Katzenstreueimer eingerichtet. Es ist wirklich spannend, sie zu beobachten und ich bin ganz in meinem Element, wenn ich fuer sie die saftigsten Mueckenlarven im Garten suche. Gut, eigentlich ist da das Pferd von hinten aufgezaeumt. Eigentlich sollte ich nicht extra fuer sie suchen gehen, sondern die Leute haben sie hier quasi als Nutztiere zur Vermeidung von Mosquitoplagen in Regentonnen. Wie ich las, wurden Guppies sogar extra in Panama eingefuehrt, um den Arbeitern den Bau des Panamakanals zu ermoeglichen, ohne dass sie reihenweise von Malaria hingerafft werden.
Nun kommt mal wieder eine sozialkritische Betrachtung. P. hat sich letzte Woche beim Frisbeespielen ploetzlich schmerzverkruemmt am Boden gerollt. Der Knoechel war ganz offensichtlich f***ed up, wie man hier so sagt, naeheres konnten wir natuerlich nicht diagnostizieren. Wie wuerden bei aufkommenden Zweifeln wahrscheinlich recht fiz ins Krankenhaus fahren. Da P. aber einer von mindestens 30 Mio US-Amerikanern ist, der keine Krankenversicherung hat, wurde erstmal eine Nacht drueber geschlafen. Am naechsten Morgen sind wir doch in eine "urgent care clinic" gefahren. Ist vom Konzept her nicht schlecht. Dort kann man sich hinwenden, wenn man ein akutes medizinisches Problem hat, welches aber nicht lebensbedrohlich ist. Man muss also nicht Stunden in der Notaufnahme zubringen und sich auch nicht in einer normalen Praxis mit den regulaer einbestellten Patienten rumschlagen. Diese Ambulanzen behandeln wohl eher Patienten aus niederen sozialen Schichten, denn mit Versicherungskarte geht man eher in die groesseren Kliniken. Jedenfalls hatte die Dame am Empfang diverse Schilder an ihrer Scheibe kleben mit Hinweisen wie: "Keine Versicherungskarte, kein Personalausweis, kein Artzbesuch." Das heisst nicht, dass irgendjemand da unfreundlich oder herablassend war, im Gegenteil. Nur die Spielregeln sind eben klar. Mit der Versicherungskarte das stimmt dann doch nicht ganz, Barzahlung (oder Scheck) geht natuerlich immer. Und zwar wie folgt:
Grundgebuehr Artzbesuch mit Diagnose: 125 Dollar
Roentgendbild war leider noetig fuer den Knoechel: 52 Dollar (zahlbar am gleichen Tag fue 52 Dollar oder zu einem spaeteren Zeitpunkt fuer das Doppelte)
Schiene fuer den Knoechel: 40 Dollar
Kruecken: 21 Dollar (Apotheke im Walmart)
Achso, Knoechel war gebrochen, kann aber ohne OP wieder verheilen. Alles in allem also ein rechtes Schnaeppchen. An eine OP will man da gar nicht denken...
Ich denke also, bei allem Gemaule ueber unser Gesundheitssystem muss man mal wieder die Relation sehen. Um es nochmal klarzustellen: 200 USD sind noch zu verschmerzen, aber ohne Versicherung und ohne Geld wird definitiv nicht behandelt. Die Obama-Regierung (und Hilary Clinton schon seit laengerer Zeit) versucht gerade, eine staatliche KV fuer alle durchzusetzen. Das ist noch nie dagewesen hier und schlaegt maechtig Wellen. Die "Besserverdiener" sehen sich bedroht, fuer die ganzen "looser" mitzubezaheln. Die Idee der "Sozialgemeinschaft" und des Einzahlens in einen grossen Topf damit dem Einzelnen im Krankheitsfall eine angemessene Behandlung ermoeglicht werden kann, ist hier fuer manchen ein Schreckgespenst. Andere sehnen es herbei. Ich hoffe, dass unsere Regierung es schafft, die finanziellen Resourcen, die wir zweifellos haben, in einem durchdachten Gesundheitssystem angemessen zu verteilen. Und ich wuensche mir, dass einige unserer Buerger sich mal besinnen und die positiven Aspekte wuerdigen. Es wird manchmal einfach auf extrem hohen Niveau gejammert. Naja, ich brech an dieser Stelle ab, sonst red ich mich in Rage. Die Kollegen in der Apotheke werden das kleine Wutgefuehl kennen, das angesichts besonders dreister Zeitgenossen manchmal in einem aufsteigt. Viele Gruesse nach Heidelberg und Mannheim an dieser Stelle.

Was meine pharmazeutischen Aktivitaeten angeht, habe mir ein HPLC-Buch aus Honolulu kommen lassen. D. ist Student an der University of Hawaii und so habe ich die Chance genutzt und ein Buch einfliegen lassen. Cool was? Jetzt muss ich nur noch anfangen, zu lesen..

Ha, uebrigens hat am Strand jemand Fotos von den Surfern geschossen. Und ratet, wer mit drauf ist!!!!!!!!Ansonsten werd ich heute Nacht mal kammerjagen gehen, hab mir ein fieses Spray gekauft. Aber seit hier letztens eine Kommode umgeraeumt wurde, flitzen die Riesenkakerlaken nachts nur so durch die Gegend. Die Tierchen sind ja tagsueber nie zu sehen und ausserdem recht scheu. Wenn man sich aber mal abends ein Glas Wasser holt und dazu in der Kueche das Licht anmacht, bekommt man das kalte Grausen. Hier sind die Schaben fast so gross wie andernorts die Goldhamster. Besonders gespenstig finde ich ihre langen Fuehler, die pausenlos wie Antennen die Luft nach Nahrungsmittelgeruechen filtern. Huahhhh. Ich hab schon versucht, die Katze auf sie anzusetzen, aber die will nicht.



Naja, ich hoffe, bei euch ist es inzwischen zu kalt fuer eklige Tiere.



Aloha nui loa,



Eva

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Aloha! Ja, wie isses denn nun auf Hawaii, werd ich immer gefragt. Schoen isses! Wie mein Opa schon vermutet, wurde ich quasi als "Einheimische" (haha) empfangen. Klingt zwar komisch, aber so viel Neues gibt es erstmal fuer mich gar nicht. Mein Leben hier verlaeuft also sozusagen in angenehmen gewohnten Bahnen. Das erste Bild zeigt den morgendlichen Ausblick von der Terasse. Nicht uebel, was? Das Meer hat sich inzwischen etwas beruhigt und gestern hatte ich eine richtig tolle Surfsession!! Ich bin
fleissig gepaddelt und habe eine ganz ordentliche Anzahl von Wellen abgestaubt. Kein Sturz dabei, kein Waschgang, alles ganz gelassen. Wirklich klasse. Die Wellen sind sehr huebsch von einer Seite zur anderen gerollt, so dass ich richt lange "cruisen" konnte. Ist schon toll, wenn man die Wasserwand neben sich sieht waehrend man die Welle entlang reitet. Schulterhoch waren sie ungefaehr. Das mag laecherlich klingen, aber liegt ihr erstmal auf dem Brett! Ich sag es euch, da bleibt ein leichtes
Herzklopfen beim Anblick der Wassermassen nicht aus. Wie ueblich taucht immer mal die ein oder andere Schildkroete neben einem auf, um nach Luft zu schnappen. Manchmal erschrecken sie einen beim ans Ufer klettern. Die Panzer sind von oben nicht von den Steinen zu unterscheiden, und so kann es sein, dass der Stein, auf den man gerade treten will, ploetzlich wegschwimmt.
In der Daemmerung sieht man dann sogar Fledermaeuse umherflattern. Fast ein bisschen wie in Mannheim...haha. Fuer mich ist es aber besser, wenn ich mit meinen schlechten Augen bei Daemmerlicht an Lande paddel.Letztens haette ich schwoeren koennen, ich haette einen haarigen Kopf in den Wellen treiben sehen. Aehmmm - war dann doch wohl eine Kokosnuss.Ich moechte euch auch an den kulinarischen Freuden hier teilhaben lassen! K.s Eltern haben eine Farm, weshablb wir in den Genuss unzaehliger Avocados, Paprikas und Aubergingen kommen. Keine optische Verzerrung auf dem Bild, dieses Avocado haette auch gut als (ovale) Bowlingkugel durchgehen koennen.
Letztens gab es ein kleines kulinarisches Experiment - wir haben Tarochips gemacht. So weit, so gut. Taro ist eine im polynesischen und asiatischen Raum weit verbreitete Staerkeknolle. Kleiner Haken dabei: Blaetter und Knollen enthalten (unter anderem) feinkristalline Oxalsaeurenadeln. Ist im Prinzip nicht herausragend giftig, sorgt aber bei mangelhafter Entfernung fuer einen Abgang wie Glaswolle im Hals..Naja. eine Viertelstunde nach Verzehr der Chips liess das kratzende Gefuehl langsam nach.
Falls ihr mal wieder an einer Bananenstaude vorbeischlaendert und euch fragt: Mist, ich weiss nie, wannn der richtige Erntezeitpunkt ist! Das Buendel hier ist gerade richtig. Die Bananen reifen dann ziemlich schnell und geben gute Snacks fuer unterwegs ab. Wir haben das Ding hier gewogen: stolze 20.5 Kg und die waren innerhalb einer Woche verputzt. Morgen ist das naechste Buendel dran.

Aloha und viele Gruesse,

E.