Freitag, 10. April 2009

Atacama

Liebe Leser, endlich gibt es Neues. Und zwar aus der Atacamawueste in Chile, die ich derzeit mit meinen Eltern bereise. Aufgebrochen sind wir von Calama, einer trockenen und langweiligen Stadt, die aber in der Naehe die groesste Kupefermine der Welte (Chuquicamata)beherbergt. Wir sind dann nach San Pedro de Atacama als Ausgangspunkt unserer Touren aufgebrochen. Das ist eine charmante Oasensiedlung mit tollen Restaurants. Unterwegs sind wir mit einem 4x4 Pickup-Truck, der aber auch noetig ist. Die Pisten sind milde ausgedrueckt rau. Manchmal schwimmt das Auto nur mangelhaft kontrollierbar ueber den Schotter. Mal denkt man, man stuerzt in den naechsten Cañon und dann wieder hofft man, dass bei dem Geschuckel am Ende des Tages noch alle inneren Organe an Ort und Stelle sind.
Gleich am ersten Tag sind wir auf 4500m hoch gefahren. Sowohl Mensch als auch Maschine keuchen bei dem Sauerstoffmangel. Mir haben die Ohren geklingelt, der Puls rast und man kann nicht mal einfachste Gedanken halten. Der wind weht heftig und die Luft ist kalt und trocken. Augen, Nase und Lippen trocknen schnell aus und man ist immer am Trinken und Creme schmieren.
Wer war schonmal in der Wueste? Ich bin schwer beeindruckt von der Farbenvielfalt und den Kontrasten trotz der scheinbaren Kargheit der Landschaft. Es gibt unzaehlige Toene und Schattierungen von braun, weiss, gelb, grau und gruen und violett, je nach Sonnenstand. Wir haben farbige Salzseen gesehen, die in tuerkis, weiss oder balu leuchten. Kommt wiederrum auf die geloesten Minerale an, Kupfersalze machen natuerlich schoen blaugruen. Gleich am ersten Tag haben wir die Flamingos nach Salzkrebschen fischen gesehen. Es erscheint schon unwirklich, einen rosa Flamingo auf 4500m Hoehe zu sehen, im Hintergrund ein Panorama aus schneebedeckten 6000er Vulkanen. Besagte Salzseen warenn zum Teil mit Eis bedeckt und wenige Meter weiter konnte man Dank einer heissen Quelle baden gehen. Irre!
Gleich zur Entschuldigung muss ich sagen, dass meine Kamera schwaechelt, wenn es darum geht, die vielen Farben und Konturen einzufangen. Alles leider nur ein mieser Abklatsch der phantastischen Wirklichkeit.
Heute gibt es viele Tierfotos. Der Fuchs ist ein natuerlicher Bewohner der Wueste, lungert in dem speziellen Fall aber bei den bolivianischen Grenzbeamten rum. Da bekommt er naemlich die Reste vom Mittagessen. Lamas, Ziegen und Esel laufen frei herum. Einsperren waere wohl unmoeglich, da sie sehr weit laufen muessen, um Nahrung zu finden. Die wilden Verwandten der Lamas, die Vicuñas, sieht man auch haeufig. Sie sind zierlicher und haben kein buntes Fell.
Mehr Wuesteneindruecke demnaechst. Ich kann nur sagen, obwohl die Atacama eine der trockensten Wuesten der Welt ist, lebt sie! Bleiben Sie dran.

Aloha nui loa,

Eva

p.s.
Almuts Spezialecke
Einen Extragruss an Sabine in Kolkwitz:
Ganz ganz viele Gute Wuensche zu Deinem Geburtstag

sendet Almut aus dem fernen Chile

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