Samstag, 28. März 2009

San Cristobal las Casas y Palenque

Hallo ihr Lieben, hier nun ein Rueckblick auf San Cristobal. Eine quirlige Stadt in Chiapas, die schoenste Stadt bisher. Es ist einfach viel los und alles bunt gemixt. Indigenafrauen bieten alles Moegliche auf der Strasse feil. Schmuck, Tuecher, Lederwaren. Man darf annehmen, dass einiges aus Guatemala stammt. Die Kinder verkaufen auch und die Babys haengen in Tuechern auf dem Ruecken, auf auf den Ruecken ihrer vielleicht 6 Jahre alten Schwestern. Es gibt sehr viele Schmucklaeden mit wunderbaren Sachen, vor allem viel Bernstein. Ein Juwelier hatte eine gutgmachte Ausstellung im Laden mit allerlei Kuriositaeten. Zum einen wird der Bernstein virtuos zu Schnitzarbeiten verarbeitet. Zum anderen finden sich diverse Einschluesse (ihr wisst, dass Bernstein ein erstartes Baumharz ist), die von Froeschen uber Skorpione, Gottesanbeterin, Schaben, Muecken und sogar Saeugetierhaaren reichen! Viele Auslaender haben sich hier niedergelassen und sorgen fuer eine weltoffene Atmosphaere. Es gibt israelische und oesterreichische Restaurants, Biobaecker, fair gehandelten Kaffee, Reaggaeschuppen, Alternativkinos und was das Herz sonst noch begehrt. Da koennte man sich schon vorstellen, zu wohnen.
Ich habe einen Tagesausflug zu den Wasserfaellen Agua Azul und zur beruehmten Mayastaette Palenque unternommen. Die Wasserfaelle waren vor allem deswegen gut, weil man huebsch erfrischend baden konnte.Palenque war wirklich spektakulaer. Meisterhaft haben die Mayas jede Menge Bauten im Regenwald errichtet, selbstverstaendlich alles mit Geheimtueren und astronomischen Raffinessen. Leider waren wir genau Mittags da und die Gefahr eines Sonnenstichs besteht durchaus. Ausserdem waren die Treppen sehr steil und die weissen glatten Steine blenden. Von so einer Tempeltreppe will man nicht runter fallen, aber auf meine Flipflops lass ich nix kommen....
Die Maya haben uebrigens ihren KIndern die Schaedel abgepalttet, damit die Trageriemden der Lastkoerbe besser halten..
Das Beste waren dann noch die Bruellaffenim angrenzenden Dschungel. Die Kerlchen sind gar nicht so gross, machen aber Laerm fuer ein ganze Rudel Loewen und Hunde.
Chiapas ist natuerlich auch Zapatisten-Bundesstaat. Benannt nach Emilano Zapata, Fuehrer in der Revolutionsbewegung in Mexico um 1910. Es handelt sich um eine Art Guerrilliaeinheit, die fuer mehr Rechte und selbstbestimmtes Leben der Indigenas kaempft. So ganz versteh ich die Ziele im Einzelnen nicht. Zum einen wollen sie wohl ohne grossen Einfluss des Staates leben, zum anderen fordern sie bessere medizinische und soziale Versorgung. Zum ersten Mal sind sie 1994 oeffentlich in Erscheinung getreten und es hat leider viele Tote gegeben. Allerdings wohl mehr der Regierungsseite geschuldet. Die hat wie ueblich viel vertuscht und erheblich anders geredet als gehandelt. Wie es aussieht haben sie fuer die Indigenas einiges erreicht (zB Kindergeld) und sind Ikonen in Chiapas.Ich habe einen Dokumentarfilm darueber gesehen und es macht einem schon Gaensehaut, wie viel Wut sich da aufgestaut hat und mit wieviel Entschlossenheit die Zapatistas bei der Sachen sind. Grundgedanke ist, dass das Land denen gehoert, die es bearbeiten. Wie es aussieht, verjagen Grossgrundbesitzer die Indigenas immer mal wieder von ihren Fleckchen Land. Aber wohin? Das ist nicht nur "Spassdemonstrieren", da gehts ans Eingemachte. Da merkt man wieder, wie gediegen wir leben. Keiner muss darum kaempfen, seine Waesche nicht mehr im eiskalten Fluss waschen zu muessen.
In Chiapas' Hauptstadt Tuxtla Gutierrez hab ich mir den schoenen, grosszuegig angelegten Zoo angekuckt. Sehr interessant fand ich das Spinnen- und Schlangenhaus. Da gibt`s ja Tiere, da will man nie wieder barfuss spazieren gehen.
Jetzt bin ich in Puerto Escondido an der Kueste Oaxacas. Hier gibt´s beruehmte grosse Wellen, von denen ich mich fern halte.Ich versuche mich mit begrenztem Erfolg an den kleineren. Mittags herrscht hier die uebelste Hitze, die mir bisher begegnet ist. Heiss, schwuel, laehmend. Von 11 bis 3 liegen selbst die Strassenhunde im Schatten und ruehren keine Pfote. Ich liege derweil komatoes auf meinem Bett. Abends koenne ich mir koestlichen, frischen Fisch. Herrlich. Dei Frauen tragen hier mehr ihre Lasten auf dem Kopf, freihaendig natuerlich. Ich uebe schonmal mit meinem Brett auf (nicht vor) dem Kopf, brauche aber noch eine Hand. Trotzdem wandelt man gleich viel anmutiger daher!
Hier bleibe ich also den Rest meiner kleinen Rundreise verbringen bis es dann nach Chile geht.Strandfotos gibt's leider keine, weil ich die Kamera nicht allein am Strand liegen lassen will.

Aloha nui loa,

Eva

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