Samstag, 21. März 2009

Oaxaca y Cañon del Sumidero

Hola, nun bin ich also als Tourist unterwegs und werde versuchen, euch teilhaben zu lassen. Zunaechst bin ich von DF (Mexico City) aus mit dem Bus uebernacht nach Oaxaca gefahren. Das Busterminal ist groesser und wuseliger als manche Flugahefen. Und schon an diesem Punkt war ich froh, nun ein wenig Spanisch zu sprechen. Auch ansonsten erhoeht es den Reisepass, da ich mich mit den Leuten unterhalten kann. Vor allem Kinder sind sehr kommunikativ. Jedenfalls war mein Warten auf den Bus ein kleines Spektakel, da jede Sorte von Leuten unterwegs ist. Transportiert wird von Ziebelsaecken ueber Vierersets Kleinbusreifen und Kisten, die wie ein ganzer Haushaltsumzug aussehen alles. Auch reisen viele kleine Kinder mit, die das aber anscheinend gewoehnt sind und die der ganze Rummel kaum stoert. Das Grossgepaeck wird wie am Flughafen abgegeben und das Handgepaeck wird (grob) durchsucht. Nach Besteigung des Buses wird dann jeder Passagier per Kamera aufgenommen und einen borachito (Betrunkenen) haben sie auch sanft aus dem Bus geleitet. Sieht also aus, als ob ernsthafte Sicherheitsbemuehungen im Gange sind.
Gut, so eine Nachtfahrt ist nicht uebermaessig erholsam und am naechsten Morgen bin ich im Halbtran in Oaxaxa angekommen. Zufaellig bin ich in eine riesige Indigena-Demonstration reingeraten. Das heisst, Tausende indigene Mexicaner haben protestiert. Fuer weniger staatliche Repression, mehr soziale und medizinische Versorgung und wahrscheinlich noch mehr, was ich wohl nicht verstanden habe. Das Verhaeltnis zwischen den Indigenas und der mexikanischen Regierung ist irgendwie schwierig und beduerfte laengerer Erlaueterung, aber da fehlt mir das Hintergrundwissen. Ich kam mir wieder etwas doof vor, mit meinem Rucksack und meiner offensichtlichen Spass- und Luxusatituede waehrend Frauen mit Kindern auf dem Ruecken und aermlicher Kleidung fuers Noetigste kaempfen...Viele trugen ihre Trachten, schoen anzusehen, aber ich wollte nicht fotografieren. Sorry.
Untergekommen bin ich in einem ruhigen und netten Hostel (Bild mit Haengematte)und habe dann die koloniale Stadt erkundet. Sehr huebsch, die Haeuser leuchten in den kraeftigsten Farben, gelb, orange, violett, blau, pink und gruen. Auch viel weiss und Bogengaenge rund um den Zocalo (zentrale Plaza). Die Maerkte quellen ueber von Obst, Gemuese, getrockneten Chilis, Samen und Bohnen, Fleisch. Es gibt koestlichen Kaese. Ausserdem verschiedenste Waren aus Ton, Leder, Gewebtes, Kostueme fuer Kindergeburtstage. Es sieht zwar alles schoen aus, aber ich kann ja gar nicht soviel trage, ausserdem wohin damit? Der Schmuck ist allerdings wirklich schoen. Es gibt natuerlich die billigen Strassenstaende, aber auch teure (teurer) Gold- und Silberschmiede. Stilistisch gibt es alles Moegliche aber vor allem auch opulente aztekisch gepraegte Ketten und Ohrringe mit viel Metall und Koralle, Tuerkis, Malachit. Wirklich schoene Sachen, die man mit viel Wuerde und Eleganz tragen sollte. Oaxaca war mein bisher touristischste Ziel, viele Deutsche, Franzosen und ein paar Amis.
Ich habe einen Tagesausflug zur (vor allem) aztekisch gepraegten Ruinenstaette Monte Alban gemacht. Sehr beeindruckend, wie akurat, majestaetisch und dauerhaft die gebaut haben!! Natuerlich sind immer noch nciht alle versteckten Geheimnisse gedeutet, aber ich war stolz, die spanischen Texte im angrenzenden Museum verstanden zu haben! Sehr interessant fand ich ja, dass vor Tausenden Jahren schon OPs am Hirn vorgenommen wurden, man hat Schaedel mit Loechern gefunden. Ausserdem haben sich manche Frauen die Zaehne gefeilt und Edelsteine eingesetzt. Dagegen ist ja die Mode, sich Glitzerzeug auf die Zaehne zu kleben, fast lachhaft. Haha.
Etwas noerdlich von San Cristobal las Casas habe ich einen Bootsausflug in einem Cañon gemacht. Die Felswaende ragen bis 1000 m empor, ja hoert meine norwegischen fjordverwoehnten Freunde. Wieder kam ich mir schlecht vor, denn wir sind mit einem lauten Schnellboot durch die Gegend gedonnert, vorbei an Muellansammlungen im Wasser. Trotzdem konnten wir Komorane, Reiher, Pelikane, Greifvoegel und ein Krokodil sehen. Ein sehr beeindruckender Cañon, schade, dass soviel Muell rumschwimmt. Ein grosses Problem in Mexico.
So, jetzt hab ich euch ein Ohr abgekaut und bin auch schon in San Cristobal in Chiapas. Hier ist ebenfalls viel los, davon demnaechst mehr.

Ich hoffe, euch geht es gut.
Aloha nui loa,

Eva




2 Kommentare:

meerblickzimmer hat gesagt…

Als ich das Foto mit dem Fjord sah, dachte ich wirklich: "Das ist der Lysefjord! Ganz sicher und Eva, was machst du dort?". Mensch, das sieht ja auch wie bei uns. Nur können wir nicht mit so einer "ausgefallenen" Flora, Faune und Müllverschmutzung dienen ;)

Weiterhin schöne Reise und Touri sein. Geniess die Zeit! Wenn du zurück in Europa bist, Zeit hast und vielleich noch ein wenig Reisen willst - komme doch mal hier oben vorbei. Wir haben ausreichend Platz - gerade in der Vorsaison sind wir noch nicht ausgebucht - via Frankfurt gehts auch sehr sehr günstig hier hoch (für den Fall die Reise hat den Geldbeutel überstrapaziert).

Aber vielleicht willst du auch noch nicht an "danach" denken, was ja auch gut ist :) Alles Gute und lg! M

schubi hat gesagt…

du schreibst echt soooo schön, eva, das muss einfach mal gesagt werden! wenn ich deine berichte lese, kommt mir immer gleich an mehreren stellen der lachreiz :-) geniess die zeit!