Montag, 26. Januar 2009
Wilde Sau
Aloha! Eine Woche auf der Farm ist wieder rum. Jetzt klaer ich nochmal kurz die Sitauation auf. Ich verbrachte zunaechst Zeit in Hilo im Haus meiner Freunde, arbeite nun fuer 4 Wochen auf einer Farm in Kona und chille dann nochmal 4 Wochen in Hilo.
Das ist ja das schoene auf so einer Insel, fuer ein wenig Abwechslung muss man nur auf die andere Seite fahren. In Kona ist es wesentlich waeremer und sonniger, dafuer gibt es meistens vog (vulkanischer Smog, Schwefeldampf sozusagen). Die Abende sind herrlich, denn hier auf der Westseite sieht man immer einen gluehend orangefarbenen Sonnenuntergang ueber dem Pazifik.Letztens beim Surfen hab ich den ersten Wal gesehen. Koennt ihr euch das vorstellen, beim Surfen Wale und Schildkroeten sehen? Viel besser wird es wirklich nicht. :-)Die Arbeit auf der Farm nimmt so seinen ruhigen Lauf.
Nach wie vor ist Fruehstueckzeit die schoenste Zeit mit frischem Kaffee, Toast und Blick aufs Meer.Die Papageien fressen mir schon die Mandarinen und Erdnuesse aus der Hand. Es sind wirklich ganz lustige Gesellen. Der rote hier im Bild sagt "Aloha" und "Hello". Und zwar mit sehr authentischer menschlicher Stimme. Ausserdem seht ihr den weissen Pfau. Pfauen gelten uebrigens als auesserst dumm. Sie velieren staendig ihre Kueken und ziehen mit Muehe eines gross. Wenn ihr aber mal son Huhn beobachtet, dann wisst ihr wo der Begriff Glucke herkommt. Die Hennen kuemmern sich wirklich ruehrend um ihre chicks. Irgendein Tier hindert mich immer am Nachtschlaf, letztens wars eine wilde Sau. Wir haben Fallen auf dem Grundstueck (nur Schlingen, tut ihnen nicht weh) und det Schwein ist reingetappt. Morgens hat sie dann der glueckliche Nachbar verschnuert wie ein Westpaket und freudestrahlend zwecks Maestung davongetragen. Arme Sau.
Hohehpunkt der Woche war das Festessen auf der Veranda, zu dem auch wir woofer eingeladen waren. Ein Traum aus Seafood. Es gab frischen Hummer (fuer jeden einen!), Muscheln in Kokossosse mit Kaesekruste, Jakobsmuscheln, Shrimps und verschiedene Sorten Fisch. Dazu Steinpilzreis und Spinat mit Sesamsosse. Das war bestimmt das teuerste Essen, was ich je hatte. Und sehr leker! Mit vollem Bauch bin ich dann ins Bett getorkelt (es gab auch Wein). Eine sehr nette Farm also, die unsere Arbeit sehr wertschaetzt, da habe ich bei der Auswahl ein gutes Haendchen gehabt.
Surfen geht immer besser, auch dank zunehmender Muskelkraft und Koordination. Fast taeglich paddle ich raus. Auf dem Foto oben seht ihr uebrigens weitere Koestlichkeiten, diesmal aus Hilo. Im Hintergrund: eine Malasda. Ist eine urspruenglich portugiesische Version des Pfannkuchens (Berliners). Zu sehen ist mein Lieblingsexemplar mit Lilikoifuellung (Passionsfrucht). Im Vordergrund befinden sich Mochis. Das sind japanische Suessigkeiten aus Klebreismehl. Die Konsistenz ist wie ein Flummi und es gibt sie mit verschiedenen Fuellungen. Diese hier sind handgemacht aus einem kleinen Laden in Hilo. Think global, buy local. Die Waescheleine haengt hinter meiner Huette. Sie ist gespannt zwischen einer Bananenstaude und einem Macadamianussbaum. Ich hoer morgens immer die Wildschweine schmatzen, sie kommen und knacken die Nuesse. Ich muss sagen, dass es mir ausgezeichnet geht. Ich hoffe, euch auch.
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1 Kommentar:
Hallo Große,
also Deine Art der trüben Jahreszeit in Europa zu entgehen, ist wohl nicht mehr zu toppen. Wundeschöne Fotos und lockere Berichterstattung drängen diesen Eindruck förmlich auf und machen uns sehr froh für Dich. Uns hat der Alltag voll im Griff, wir sind aber deswegen nicht unzufrieden. Gestern war ich auf Dienstreise in "Deinem alten" Leipzig. ("Satter Sound das, in der Straßenbahn.")
Die Krokusse und Schneeglöckchen sind schon am "Blätter ausfahren", aber das wird es mit dem Winter wohl noch nicht gewesen sein ...
Also genieße Dein Inselparadies weiter in vollen Zügen und bleibe gesund!
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