Sonntag, 20. Dezember 2009

A hui hou

Freitag, 18. Dezember 2009

Ich muss weg

So, gleich geht es mit einem 6-Sitzerflugzeug nach Honolulu. Obwohl die Vorhersage nicht so gut aussieht, waere es schoen, mal ein paar der grossen Wellen am north shore persoenlich zu sehen.
Was soll ich sagen, ich bin nicht gerade scharf auf den kalten und vor allem dunklen Winter in Deutschland. War einfach sehr schoen hier. Schnief. Naja, ich plane ja, spaetestens zum post doc zurueck zu sein....

Ich denke, der Preis fuer den schlimmsten Weihnachtsbaum geht an uns. Wir haben auch noch einen in blau-metallic.
Das andere Foto ist vom letzten Campingwochenende. Das war sehr entspannt mit baden und Lilikoi sammeln.

Am Montag bin ich wieder in Manne.




Aloha nui loa,

Eva

Freitag, 11. Dezember 2009

Kaelteeinbruch

Gibt es auf der Insel ueberhaupt Weihnachtsstimmung? Das fragen sich einige Leser an den heimatlichen Bildschirmen. Ja! Palme hin oder her, hier wird dekoriert was das Zeug haelt. Auch wenn die Strompreise hier noch so exorbitant sind, "der Amerikaner" liebt es, sein Haus zu eluminieren. Ausser Lichtern gibt es noch aufblasbare Schneemaenner, Rentiere und Zuckerstangen. Im Radio wird einem ein Ohr abgekaut, was man den Lieben alles schenken soll. Die Geschenke werden dabei liebevoll als "Sockenstopfer" (stocking stuffers) bezeichnet. Der Weihnachtsmann kommt ja durch den Kamin (soweit vorhanden) und fuellt die aufgehaengten Socken.
Mir geht der Weihnachtsrummel auf den Senkel und daher bin ich zu meiner Lieblingsbadestelle gefahren. Die Schildkroeten waren diesmal sehr neuierig und deshalb konnte ich besonders schoene Bilder schiessen. Man kann es nicht genau sehen, aber ich sage es euch: diese Schildkroete war ziemlich gross!
Ansonsten haben wir morgens manchmal nur noch um die 17C, da mag man gar nicht vor die Tuer. Haha.
Zieht euch warm an.

Aloha nui loa,

Eva

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Morgenstund hat blog im Mund

Ich habe gerade (6.30 Uhr) einen schoenen Sonnenaufgang von der Terasse gesehen, ein Kaeffchen getrunken und werd euch nun ein paar Bilder reinstellen. Letztes Wochenende haben wir eine Ausflug nach Kona gemacht. Ich wollte eigentlich mit den Delfinen schnorcheln, aber die hatten keine Lust. Wir konnten sie aber rumspringen und rumtollen sehen. Diese Seite der Insel hat meistens Sonne und obwohl wir in Hilo bisher auch einen recht trockenen Winter haben, ist die Westseite definitiv einen Besuch wert. Mehr bunte Blumen und Tourischnickschnack gibt es auch. Das Sonnenuntergangsbild ist uebrigens direkt vom Hotelbalkon. Da die ganze Nacht das Meer so laut gerauscht hat, hab ich von Monsterwellen getraeumt. Nicht gerade erholsam. Was eigentlich ganz schoen ist, ist dass alles recht zeitig hier auf der Insel stattdfindet. Trotz Touristen, let's face it, ist abends eigentlich nichts los. Daher stehen die Leute zeitig auf (Hotelfruehstueck von 7-8.30 Uhr!) und in den Restaurants gibt es Abendessen haeufig nur bis 9 Uhr und viele Gaeste sind schon 18 Uhr da. So hat man ordentlich was vom Tag.
Big Island ist nun nicht gerade beruehmt fuer feine weisse Sandstraende, aber es gibt sie. Ein schoenes Exemplar seht ihr auf dem blog. Die Kamera bekommt die Farben nicht so gut hin, aber es war ein unglaublich schoen tuerkisfarbenes Wasser! Ich denk dann immer: wow, das sieht ja aus wie im Katalog! Besonders schoen sind die Kontraste hier immer auf der Insel. Um zu diesem Strand zu kommen, faehrt man naemlich auf einer halsbrecherischen Piste durch eine lebensfeindliche Lavawueste. Und mehrere Strandabschnitte sind dann nochmal durch mehr Lava verbunden. A'a-Lava, das ist die scharfkantige. Kann also sein, man kommt dann mit blutigen Fuessen an seinem Traumstrand an. Selbstverstaendlich hat man natuerlich kein ordentliches Schuhwerk an, sondern Plastelatschen..
Ein herrlicher Strand jedenfalls, der Sand war so fein, dass er in jede Ritze ging..Der eine Kanufahrer ist uebrigens umgekippt, ist aber nix passiert.

Nun zu dem Flattermann, es handelt sich wahrscheinlich um einen Reisfinken, welcher einst aus dem fernen Java kam. Wie bei vielen anderen Tiergruppen, beherbert Hawaii auch bei den Voegeln inzwischen viele Einwandererarten. Ist wie ein grosses Freigehege. Hier leben Voegel aus Indonesien, Japan, Indien, Afrika, dem Nordamerikanischen Festland und Suedamerika. Das nenn ich Migrationshintergrund.

Ich geh gleich surfen und hoffe, ihr koennt in ein schoenes warmes Bett migrieren.

Aloha nui loa,

Eva

Donnerstag, 26. November 2009

Zwischen Himmel und Erde

Letztens hab ich einen Ausflug auf die Sonnenseite der Insel gemacht. Ich war des Regens leid und wollte ausserdem die Delfine sehen. Leider waren die schon schlafen, als ich ankam. Aber dieses WE werde ich es nochmal probieren. Naja, stattdessen bin ich eben geschnorchelt und auf dem Riff rumgeklettert. Ihr seht hier eine (wie ich finde schoene)Aufnahme von einem Bleistift-Seeigel und einer Seegurke friedlich vereint. Kaum zu glauben, beide gehoeren der Klasse der Stachelhaeuter an. Was bei den Seegurken im Laufe der Evolution mit den Stacheln passiert ist, weiss ich auch nicht..Jedenfalls sind die Seegurken irgendwie seltsam. Die wenigsten sind giftig, aber ich trau mich trotzdem nicht, sie anzufassen. In einigen asiatischen Laendern werden sie als Trockendelikatesse gehandelt und in Suppen verarbeitet. Kurz darauf fuhren wir zum Sternekucken auf den Mauna Kea (Weisser Berg). Auf 4200 m Sterne kucken. Der Mauna Kea beherbergt ein ganze Anzahl von Observatorien. Ich hatte ja schon mal geschrieben, das es auf ganz Big Island spezielle Strassenbeleuchtung gibt in ornage, damit die Lichtverschmutzung in Grenzen gehalten wird. Die Auffahrt war herrlich, denn ausnahmsweise hat es kaum geregnet und man konnte die Landschaft bewundern, waehrend man ueber die Wolkengrenze fuhr. Toll. Aehnlich wie in Chile war ich wieder erstaunt, wie bei hohen, kargen Bergen die Dimensionen verschwimmen. Man kann dann nicht mehr abschaeten, ob es bis zum naechsten Huegel 20 min oder 2 Stunden sind. Irre. J hatte uns sein Allradauto geliehen, was einem auf den Schotterpisten gegen Ende ein gutes Gefuehl gibt. Man kennt es ja aus Filmen, und da sieht es auch immer sehr lustig aus, wenn der Fahrer aussteigt weil es unter der Motorhaube qualmt. Was soll ich sagen, in echt ist es nur halb so lustig. Besonders, wenn das Auto nur geliehen ist. Wir hatten schon kurz vor dem Gipfel einen brenzligen Greuch bemerkt, konnten ihn uns aber nicht erklaeren und haben beschlossen, dass er von draussen kommen muss. Bei genauerer Ueberlegung auf einem 4000m-Berg, der unbewohnt ist, recht unwahrscheinlich. Kaum auf dem Gipfelparkplatz angekommen mussten wir dann aber die Motorhaube aufreissen. Qualm und beissender Gestank. Da bekommt man schon leichte Panik. Es ist ja eher zweifelhaft, ob es die ADAC-Engel noch schnell vor Sonnenuntergang auf 4000m schaffen..Und wenn die Sonne weg ist, ist es SEHR kalt. Ein freundlicher Herr warf dann einen Blick drauf und hatte das Ganze schnell als eine geschmolzene Plasteverkleidung identifiziert. Wir haben das dann mit Schnee runtergekuehlt.
Mir ist bis heute nicht ganz klar, warum das Ding weggeschmolzen ist. Aber wir haben es heile wir nach Hause gschafft. Der Sonnenuntergang war huebsch, die Sterne hatte ich ehrlich gesagt schon besser gesehen. Naja, ich will nicht jammern, haha. Ganz lustig waren auch die Japanergruppen anzusehen, die wie wild fuer "verrueckte" Fotos posiert haben.

So, heute ist Thanks Giving. Bevor es Tofurkey gibt (Truthahn aus Tofu), werd ich nochmal schoen surfen gehen.

Aloha,

Eva

Montag, 16. November 2009

Wasserfarben

Bevor ich mit meiner Schreibfaulheit noch mehr Unmut provoziere, hau ich mal wieder in die Tasten. Diesmal bring ich euch ein paar Schnorchelfotos. Schnorcheln ist wirklich eine tolle Sache! Idiotensicher, einfach umzusetzen und so faszinierend. Ich war nicht im offenen Meer sondern in ein paar tide pools unterwegs. Das sind ziemlich flache Lavabecken (aufpassen, dass man sich den Bauch nicht aufschlitzt) mit Korallen und Fischen nur eine halbe Armlaenge entfernt. Ich hab mir eine Einwegkamera gekauft und die Fotoresultate seht ihr ja. Eher duerftig, obwohl die Fische nah dran waren und es reichlich Licht gab. Naja, fuer einen Eindruck reicht es. Es ist wirklich spannend, die beflossten Gesellen zu beobachten. Sie sehen nett aus, aber manche koennen Seeigel aufknacken! Am besten war dann aber der grosse Schwarm. Ich war sozusagen in einer Wolke aus Fischen, die sich gar nicht gross um mich geschert haben. Beim Schnorcheln vergisst man schnell die Zeit und ich musste feststellen, dass mir die Sonne ganz schoen aufs Hirn geschienen hatte. Naechstes Mal setz ich eine Muetze auf.
Zur allgemeinen Erheiterung nun ein paar Namen der abgebildeten Fische: Mondsichel-Falterfisch,Straeflings-Doktorfisch, Weihnachtsbaum-LippfischPapageienfisch. Ja, das augenschmeichelnde Erscheinungsbild nuetzt ihnen nichts, ich habe sie schon zum Verkauf im Fischladen gesehen. Zum Verzehr versteht sich. Doktorfische besitzen uebrigens am Ubergang zur Schwanzflosse ein skalpellscharfes Verteidigungsgebilde, mit dem sie unvorsichtigen Fischern in die Haende schneiden. Ich brauche dafuer keinen Fisch, ich mach das selbst. Und zwar ins Bein und nicht in die Hand. Hiermit ist mir ein brillianter Uebergang zu meinem neuen Zeitvertreib gelungen: Schablonieren. Der Hai, den ihr seht ist mein Erstlingswerk, das Design deswegen auch geklaut. Aber inzwischen entwerfe ich eigene Kreationen. Das heisst, man zeichnet ein geeignetes Motiv, uebertraegt es auf die Schablonierfolie, schneidet aus (Obacht!) und stupft dann mit einer schoenen Farbe auf einen geeigneten Hintergrund. Macht Spass, wenn man sich eben nicht versehentlich ins Knie schnitzt.
Wir haben seit einem Sturm vor drei Tagen einen laestigen Dauerregen, sieht schwer nach Winter aus. Das Meer ist wild und aufgewuehlt, die Fluesse tragen eine Menge Schlamm rein und daher meide ich es im Moment. Letztens gab es sogar Blitz und Donner (selten hier) und es war so windig, dass es nachts klang, als wuerde das Dach abheben.Der einzige Highway der Insel geht in Hilo direkt am Meer entlang und wurde wegen Wellengang gesperrt. Sieht lustig aus, wenn die Surfer mit ihren Bretten hinter der Polizeiabsperrung ueber den Highway laufen.
Das ueble ist, das nichts trocknet bei der hohen Luftfeuchtigkeit und Waerme. Mein Rucksack schimmelt und als ich mich neulich hinterm Ohr kratzte, glaubte ich Moos zu bemerken.
Hier, wie bei euch wahrscheinlich auch, sind schon seit 2 Wochen die Weihnachtsdekos und Verkaufsartikeln in den Geschaeften. Das nervt und ich weiss, dass circa ab dem 2Januar die Ostereier erscheinen..

Letzens haben sie mir waehrend der surf session den Autoschluessel geklaut. Das ist ziemlich uncool, denn bei Touristen koennte ich es noch irgendwie verstehen, aber ein local car?! Die meisten Surfer legen ihr Schluessel irgendwo auf die Reifen oder sonstwo unters Auto und ich hatte gedacht, dass es selbstverstaendlich ist, sich nciht gegenseitig zu beklauen..Naja. Das Auto hat jedenfalls so seine Tuecken und daher ist dem dummen Hund noch nicht mal gelungen, es wegzufahren. Beunruhigend ist nur, dass jetzt irgendwer mit dem Schluessel durch die Gegend laeuft. Fast noch beunruhigender ist, dass man fuer 4,50 und ohne jede Nachfrage Autoschluessel nachmachen lassen kann. Wessen Auto das ist, interessiert keinen.
Noch einen kleinen Riss im Paradis seht ihr unterm dem Zahnrad, welches aus einer alten Zuckermuehle stammt. "Haole" ist ein abfaelliges Wort fuer weisse Leute (impliziert zumeist, dass sie zugereist sind). Wie ueberall sucht sich soziale Unzufriedenheit ein Ventil und einen Suendenbock, auf den man schimpfen kann. Auch wenn man eigentlich gar nicht genau weiss, wen man genau fuer schuldig haelt, und woran und warum...



So, ich hoffe, ihr koennt auch im November immer noch ein paar UV-Strahlen erhaschen.

Aloha ui loa,

Eva

p.s. Claudi: ich hab dir geschrieben! Ist die mail zufaellig im Spamordner gelandet?

Montag, 2. November 2009

Halloween und andere Gruseligkeiten

Hallo ihr Lieben. Ich denke, auch ihr seid am gruseligsten aller Konsum(enten)feiertage nicht vorbeigekommen. Hier in Hawaii wird Halloween sicherlich nicht so ausfuehrlich zelebriert wie auf dem Festland, aber ein bisschen Deko gab es schon. Eigentlich alle Geschaefte haben Skelette, Spinnennetze und Kuerbisse rumhaengen gehabt. Die meisten Angestellten wurden in peinliche Kostueme gezwungen und selbst eine Lehrerin hab ich mit angeheftetem Katzenschweif und Oehrchen ueber den Schulhog gehen sehen! Ich habe mir den Spass gemacht, und einen Kuerbis geschnitzt. Fuers erste Mal ist er gut gelungen, finde ich. Beim hiesigen Klima waren allerdings schon nach einem Tag die Fruchtfliegen dran und nun geht er langsam den Weg allen Irdischens. Wir hatten abends auch ein paar kleine trick-or-treaters zu Besuch. Die Eltern stecken also die Kinder in Kostueme und die Kleinen kommen dann Suessigkeiten abgreifen. Wir hatten Elfen, Prinzessinnen, Bienchen, Terminators oder Transformators oder was es sonst noch so gibt. Besonders getrickst haben sie nicht, Hauptsache Suesses..
Im traditionsreichen Kino der Stadt haben wir dann in einer Doppelvorstellung erst "Frankenstein" und dann "Dracula" gekuckt. Bin eigentlich kein Fan von Gruselfilmen oder Horror, aber das war wirklich was fuers Auge, denn beide Filme sind von 1931! Wirklich interessant. Was micht ueberraschte war, dass "Frankenstein" anscheinend in Deutschland gespielt hat. Die Dorfbweohner sind auf jeden Fall in Lederhosen, Gamsbart und Dirndln rumgelaufen und haben geschuhplattelt. "Frankenstein" ist auf jeden Fall ein bemerkenswertes Buch, dass schon 1818 (!) von der Britin Mary Shelly veroeffentlich wurde und sich mit allerlei ethischen Fragen beschaeftigt.So, und nun was wirklich Gruseliges. Da die USA ja schwer von der Finanzkrise betroffen sind und keiner Geld hat ..blabla..hielt es die Gouverneurin von Hawaii fuer unausweichlich freitags die Schule ausfallen zu lassen. Es ist kein Geld da fuer diverse Staatsangestellte und deshalb werden (unter anderem) Lehrer freitags zur Lohneinsparung zwangsbeurlaubt. Ich will die Finanzkrise sicherlich nicht runterspielen, aber schlaegt ja wohl dem Fass den Boden aus. Kann mir doch keiner erzaehlen, dass kein Geld fuer die Ausbildung der Kinder locker gemacht werden kann. Mal abgesehen von der Bildungseinbusse, haben auch die Eltern ein Problem, weil die Kinder ja an diesem Tag nicht beaufsichtigt sind. Ihr seht also, selbst bei schlechten Pisaergebnissen fuer Deutschland: schlimmer geht immer.

Ich bin heute mit dem Steissbein auf mein Brett geknallt und hoffe, dass mein Hintern morgen nicht mehr weh tut :-)

Sport frei,

Eva

Freitag, 23. Oktober 2009

Ich lach mich scheckig!

Haha, kuckt euch das mal an. Hier surf ich im Weisswasser, weil die Wellen "draussen" zu gross und wild waren. Das eine Bild veranschaulicht, wie ich die Welle versuche mit den Zaehnen su fassen :-) Das war wirklich eine lustige session gestern.



Aloha!

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Wie ich hoere, frieren bei euch nicht mal jeden Tag die Autoscheiben zu! Wenn das kein Grund zur Freude ist.
Ich lolligage hier so vor mich hin. Ist eines meiner neuen Lieblingswoerter: lolligag (faulenzen).
Auf einem Spaziergang habe ich letztens ein paar Guppies gefangen und ihnen auf der Veranda ein gemuetliches Heim in einem alten Katzenstreueimer eingerichtet. Es ist wirklich spannend, sie zu beobachten und ich bin ganz in meinem Element, wenn ich fuer sie die saftigsten Mueckenlarven im Garten suche. Gut, eigentlich ist da das Pferd von hinten aufgezaeumt. Eigentlich sollte ich nicht extra fuer sie suchen gehen, sondern die Leute haben sie hier quasi als Nutztiere zur Vermeidung von Mosquitoplagen in Regentonnen. Wie ich las, wurden Guppies sogar extra in Panama eingefuehrt, um den Arbeitern den Bau des Panamakanals zu ermoeglichen, ohne dass sie reihenweise von Malaria hingerafft werden.
Nun kommt mal wieder eine sozialkritische Betrachtung. P. hat sich letzte Woche beim Frisbeespielen ploetzlich schmerzverkruemmt am Boden gerollt. Der Knoechel war ganz offensichtlich f***ed up, wie man hier so sagt, naeheres konnten wir natuerlich nicht diagnostizieren. Wie wuerden bei aufkommenden Zweifeln wahrscheinlich recht fiz ins Krankenhaus fahren. Da P. aber einer von mindestens 30 Mio US-Amerikanern ist, der keine Krankenversicherung hat, wurde erstmal eine Nacht drueber geschlafen. Am naechsten Morgen sind wir doch in eine "urgent care clinic" gefahren. Ist vom Konzept her nicht schlecht. Dort kann man sich hinwenden, wenn man ein akutes medizinisches Problem hat, welches aber nicht lebensbedrohlich ist. Man muss also nicht Stunden in der Notaufnahme zubringen und sich auch nicht in einer normalen Praxis mit den regulaer einbestellten Patienten rumschlagen. Diese Ambulanzen behandeln wohl eher Patienten aus niederen sozialen Schichten, denn mit Versicherungskarte geht man eher in die groesseren Kliniken. Jedenfalls hatte die Dame am Empfang diverse Schilder an ihrer Scheibe kleben mit Hinweisen wie: "Keine Versicherungskarte, kein Personalausweis, kein Artzbesuch." Das heisst nicht, dass irgendjemand da unfreundlich oder herablassend war, im Gegenteil. Nur die Spielregeln sind eben klar. Mit der Versicherungskarte das stimmt dann doch nicht ganz, Barzahlung (oder Scheck) geht natuerlich immer. Und zwar wie folgt:
Grundgebuehr Artzbesuch mit Diagnose: 125 Dollar
Roentgendbild war leider noetig fuer den Knoechel: 52 Dollar (zahlbar am gleichen Tag fue 52 Dollar oder zu einem spaeteren Zeitpunkt fuer das Doppelte)
Schiene fuer den Knoechel: 40 Dollar
Kruecken: 21 Dollar (Apotheke im Walmart)
Achso, Knoechel war gebrochen, kann aber ohne OP wieder verheilen. Alles in allem also ein rechtes Schnaeppchen. An eine OP will man da gar nicht denken...
Ich denke also, bei allem Gemaule ueber unser Gesundheitssystem muss man mal wieder die Relation sehen. Um es nochmal klarzustellen: 200 USD sind noch zu verschmerzen, aber ohne Versicherung und ohne Geld wird definitiv nicht behandelt. Die Obama-Regierung (und Hilary Clinton schon seit laengerer Zeit) versucht gerade, eine staatliche KV fuer alle durchzusetzen. Das ist noch nie dagewesen hier und schlaegt maechtig Wellen. Die "Besserverdiener" sehen sich bedroht, fuer die ganzen "looser" mitzubezaheln. Die Idee der "Sozialgemeinschaft" und des Einzahlens in einen grossen Topf damit dem Einzelnen im Krankheitsfall eine angemessene Behandlung ermoeglicht werden kann, ist hier fuer manchen ein Schreckgespenst. Andere sehnen es herbei. Ich hoffe, dass unsere Regierung es schafft, die finanziellen Resourcen, die wir zweifellos haben, in einem durchdachten Gesundheitssystem angemessen zu verteilen. Und ich wuensche mir, dass einige unserer Buerger sich mal besinnen und die positiven Aspekte wuerdigen. Es wird manchmal einfach auf extrem hohen Niveau gejammert. Naja, ich brech an dieser Stelle ab, sonst red ich mich in Rage. Die Kollegen in der Apotheke werden das kleine Wutgefuehl kennen, das angesichts besonders dreister Zeitgenossen manchmal in einem aufsteigt. Viele Gruesse nach Heidelberg und Mannheim an dieser Stelle.

Was meine pharmazeutischen Aktivitaeten angeht, habe mir ein HPLC-Buch aus Honolulu kommen lassen. D. ist Student an der University of Hawaii und so habe ich die Chance genutzt und ein Buch einfliegen lassen. Cool was? Jetzt muss ich nur noch anfangen, zu lesen..

Ha, uebrigens hat am Strand jemand Fotos von den Surfern geschossen. Und ratet, wer mit drauf ist!!!!!!!!Ansonsten werd ich heute Nacht mal kammerjagen gehen, hab mir ein fieses Spray gekauft. Aber seit hier letztens eine Kommode umgeraeumt wurde, flitzen die Riesenkakerlaken nachts nur so durch die Gegend. Die Tierchen sind ja tagsueber nie zu sehen und ausserdem recht scheu. Wenn man sich aber mal abends ein Glas Wasser holt und dazu in der Kueche das Licht anmacht, bekommt man das kalte Grausen. Hier sind die Schaben fast so gross wie andernorts die Goldhamster. Besonders gespenstig finde ich ihre langen Fuehler, die pausenlos wie Antennen die Luft nach Nahrungsmittelgeruechen filtern. Huahhhh. Ich hab schon versucht, die Katze auf sie anzusetzen, aber die will nicht.



Naja, ich hoffe, bei euch ist es inzwischen zu kalt fuer eklige Tiere.



Aloha nui loa,



Eva

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Aloha! Ja, wie isses denn nun auf Hawaii, werd ich immer gefragt. Schoen isses! Wie mein Opa schon vermutet, wurde ich quasi als "Einheimische" (haha) empfangen. Klingt zwar komisch, aber so viel Neues gibt es erstmal fuer mich gar nicht. Mein Leben hier verlaeuft also sozusagen in angenehmen gewohnten Bahnen. Das erste Bild zeigt den morgendlichen Ausblick von der Terasse. Nicht uebel, was? Das Meer hat sich inzwischen etwas beruhigt und gestern hatte ich eine richtig tolle Surfsession!! Ich bin
fleissig gepaddelt und habe eine ganz ordentliche Anzahl von Wellen abgestaubt. Kein Sturz dabei, kein Waschgang, alles ganz gelassen. Wirklich klasse. Die Wellen sind sehr huebsch von einer Seite zur anderen gerollt, so dass ich richt lange "cruisen" konnte. Ist schon toll, wenn man die Wasserwand neben sich sieht waehrend man die Welle entlang reitet. Schulterhoch waren sie ungefaehr. Das mag laecherlich klingen, aber liegt ihr erstmal auf dem Brett! Ich sag es euch, da bleibt ein leichtes
Herzklopfen beim Anblick der Wassermassen nicht aus. Wie ueblich taucht immer mal die ein oder andere Schildkroete neben einem auf, um nach Luft zu schnappen. Manchmal erschrecken sie einen beim ans Ufer klettern. Die Panzer sind von oben nicht von den Steinen zu unterscheiden, und so kann es sein, dass der Stein, auf den man gerade treten will, ploetzlich wegschwimmt.
In der Daemmerung sieht man dann sogar Fledermaeuse umherflattern. Fast ein bisschen wie in Mannheim...haha. Fuer mich ist es aber besser, wenn ich mit meinen schlechten Augen bei Daemmerlicht an Lande paddel.Letztens haette ich schwoeren koennen, ich haette einen haarigen Kopf in den Wellen treiben sehen. Aehmmm - war dann doch wohl eine Kokosnuss.Ich moechte euch auch an den kulinarischen Freuden hier teilhaben lassen! K.s Eltern haben eine Farm, weshablb wir in den Genuss unzaehliger Avocados, Paprikas und Aubergingen kommen. Keine optische Verzerrung auf dem Bild, dieses Avocado haette auch gut als (ovale) Bowlingkugel durchgehen koennen.
Letztens gab es ein kleines kulinarisches Experiment - wir haben Tarochips gemacht. So weit, so gut. Taro ist eine im polynesischen und asiatischen Raum weit verbreitete Staerkeknolle. Kleiner Haken dabei: Blaetter und Knollen enthalten (unter anderem) feinkristalline Oxalsaeurenadeln. Ist im Prinzip nicht herausragend giftig, sorgt aber bei mangelhafter Entfernung fuer einen Abgang wie Glaswolle im Hals..Naja. eine Viertelstunde nach Verzehr der Chips liess das kratzende Gefuehl langsam nach.
Falls ihr mal wieder an einer Bananenstaude vorbeischlaendert und euch fragt: Mist, ich weiss nie, wannn der richtige Erntezeitpunkt ist! Das Buendel hier ist gerade richtig. Die Bananen reifen dann ziemlich schnell und geben gute Snacks fuer unterwegs ab. Wir haben das Ding hier gewogen: stolze 20.5 Kg und die waren innerhalb einer Woche verputzt. Morgen ist das naechste Buendel dran.

Aloha und viele Gruesse,

E.

Mittwoch, 30. September 2009

Manche moegen's heiss!

Ja, so wie unser kleiner Leguanfreund hier auf dem Foto. Ich hab ihn auf dem Chilibusch im Garten entdeckt, wo er lustig durch die Gegend turnt.
Hier in Pepeekeo habe ich mich gut wieder eingefunden, der jet lag war gar nicht besonders ausgepraegt. Alle freuen sich, dass ich da bin und ich auch. Nach ein paar Monaten Arbeit in der Apotheke, schalte ich nun wieder ein paar Gaenge runter, bevor ich im Januar dann richtig los lege! Bis dahin hoffe ich auf ein paar spassige Wellen, schoene Schnorcheltouren und Einiges mehr.Heute wollte ich das erste Mal wieder aufs Brett springen, aber der Strand war wegen einer Tsunamivorsichtsmassnahme gesperrt. In Samoa (liegt schon mehr Richtung Neuseeland) gab es heute frueh ein betraechtliches Erbeben mit Tsunami. So ein Tsunami wandert ziemlich schnell und so stand unsere Insel heute unter Beobachtung, auch wenn die Gefahr realistisch betrachtet sehr gering war. Nur zur Beruhigung: unser Haus liegt schoen weit oben auf dem Huegel, wir sind sicher.
Apropos heiss, nur kein Neid. Hier ist es zwar recht warm, aber durchaus nicht immer sonnig. Aber ist ja auch ganz schoen, wenn der Regen aufs Dach trommelt..

Ich sende euch liebe Gruesse in den Herbst,

E.

Samstag, 26. September 2009

So, bin angekommen. Die Fluege sind gut gelaufen und jetzt will ich auch erstmal kein Flugzeug mehr sehen. Ich melde mich bald.

Aloha an alle!

Donnerstag, 7. Mai 2009

Wenn der Flieder wieder blüht..

..bin ich wieder im Land! Tschuldigung für die Schreibfaulheit, der halbe Chileaufenthalt fehlt. Naja, dafür hab ich jetzt noch zwei Bilder von Rapa Nui eingefügt. Eine winzige Insel mit natürlich den berühmten Moais (Steinfiguren). Vor allem aber eine Insel und ein Volk mir für mich in großen Teilen widersprüchlicher und schwer verständlicher Geschichte.Ich bin nach relativ unbeschwerlichem Flug wieder zu Hause. Nur in Sao Paulo hatte ich Angst, der Arzt würde mich als Schweingrippeverdächtige vielleicht aus dem Flugzeug ziehen. Santiago hatte mir ja noch in den letzten Tagen Magenbeschwerden und eine ordentliche Erkältung beschert. Auch ansonsten, ganz abgesehen vom Diebstahl meiner Tasche nebst Pass, würde ich Santaigo de Chile nicht als Urlaubsdestination empfehlen.Na gut. Jetzt freu mich darauf, einen Teil meiner Leserschaft bald wiederzusehen!! Die anderen bekommen dann meine neue Telefonnummer. Mein Handy muss ich erstmal versuchen, wieder zum Leben zu erwecken.
Also hoffe ich, Euch haben meine kleinen Reiseimpressionen gefallen. Alle, die mehr Bilder und Anekdoten wollen, quäle ich gern persönlich bei einem Glas Wein.

Bis bald, ihr Lieben!

Aloha nui loa,

Evinha

Sonntag, 12. April 2009

Atacama - Gedanken zur Vergaenglichkeit

Hier kommt es immer anders, als man denkt.
Wie ihr vielleicht (nicht) wisst, ist die Atacama neben Kupfer beruehmt fuer den Abbau von Salpeter und anderen Salzen im grossen Stil. Also wollten wir heute eine Salpetermine besuchen. Was wir dann gesehen haben, war eine um 1920 gegruendete und vor reichlich 10 Jahren verlassene Minensiedlung. Man kann sich kaum vorstellen, was da fuer eine seltsam gespenstische Stimmung herrscht. Da wurde also zur Beherbergung der Arbeiter und deren Familien mitten in der Wueste eine komplette Siedlung auf dem Reissbrett entworfen. Mit Kirche, Kindergarten, Post, Sportstadium, Krankenhaus, Ladenstrasse und Wohngebaeuden. Nachdem die Lagestaette ausgebeutet war, ist die Siedlung komplett verlassen worden. Ist in diesem Fall noch gar nicht so lange her, sieht aber so aus. Der salzige Wuestenstaub deckt alles zu. Die Daecher sind abgetragen, die Fensterscheiben zerbrochen und die einst muehsam am Leben erhaltenen Baueme und Palmen vertrocknet. An den Waenden des Krankenhauses haben sich ehemalige Bewohner mit ihren Geburtsdaten und Kindheitserinnerungen verewigt. Es finden sich noch OP-Scheinwerfer und der Autoklav fuer die OP-Waesche. Irgendwie ein beklemmendes Ambiente, wenn man darueber nachdenkt, wie die Familien wohl gewohnt und gearbeitet haben. Unter welchen Umstaenden moegen sie gegangen sein und wo leben sie jetzt. Wie gesagt, der Wuestenstaub traegt wohl viel zur Stimmung bei. So lange ist das alles noch nicht her und es handelte sich auch nicht um ein Arbeitslager.
Bergbau ist extrem. Er bringt Reichtum, aber wenn die Staetten ausgebeutet sind, ist er wieder weg oder zieht weiter.
Auf dem Rueckweg sind wir an einer wesentlich aelteren Siedlung vorbeigekommen und haben den Friedhof besichtigt. (Im Allgemeinen muss angemerkt werden, dass die Chilenen eher sparsam beschildern. Manches wird zwar als Kultur- oder Naturdenkmal irgendwo bezeichnet, aber das heisst noch lange nicht, dass es irgendwo zweckdiendliche Informationen gibt...). Naja, der Friedhof war jedenfalls ein Schocker. Die meisten Graeber waren mit Holzkreuzen versehen von denen derSand jede Farbe abgeschliffen hatte im Laufe der Zeit. Einige hatten jedoch Kupfer- oder Marmorplatten. Denen zufolge war die Kindersterblichkeit sehr hoch und der Friedhof muss Ende der 1930er Jahre verlassen worden sein. Vermutlich die etwas besser betuchten ehemaligen Siedler brachten ihre Toten in Saergen in Gruften statt nur einem Erdloch unter. Und jetzt kommt's. Die meisten Gruften waren aufgebrochen und ebenfalls die Saerge. Erst dachten wir, es laegen noch Schuhe und Kleider darin, bis wir feststellten, an den Schuhen haengen noch Beine... Die trockene und salzige Wuestenluft hatte saemtliche Leichen mumifziert. Ich habe Mumien auf einem Friedhof gesehen! Ich rede hier nicht von einem Museum. Dass es einem dabei wirklich kalt den Ruecken runterlaeuft, liegt gar nicht so sher am Anblick oder Geruch. (Es mueffelt recht charakteristisch in so einer Gruft.) Vielmehr ist es die Tatsache, wie respekt- und skrupellos diese Grabraeuber auf der Suche nach ein paar verkaufbaren Antiquitaten vorgegangen sind. Sie brechen alle Saerge auf und die Leichen sind zum Teil verschwunden, einem hatten sie den Kopf abgerissen. Viele der Babysaerge waren lehr, in einem war noch ein kleiner Brustkorb zu sehen. Vielleicht etwas groesser als ein Huhn...Und warum muss man Schaedel zertruemmern? Das waren sicher einzigartige Eindruecke. Sie waren allerdings nur zufaellig und nur durch ruecksichtslose Grabschaendung zu Stande gekommen. Ich habe ueberlegt, aber mich entschieden, euch ein paar Bilder auf den Blog zu stellen. Es sind keine Personennamen und Ortsangaben dabei. Der Schaden auf dem Friedhof ist leider sowieso schon geschehen. Solltet ihr eine genteilige Meinung haben, lasst es mich bitte wissen.