Montag, 20. Oktober 2008

Tierra caliente - es wird heissssss

Liebe Familie und Freunde, ich melde mich zureuck aus einem herrlichen Wochenende. Meine sonnenhungrige Seele hat aufgetankt, und zwar in der Tierra Caliente. Das heisst soviel wie "heisse Erde" und macht seinem Namen alle Ehre. Schon vom puren Nichtstund rann mir der Schweiss aus den Poren. Die Reise dauerte ein paar Stunden aber trotzdem ist es seltsam von 3000m auf fast Meeresspiegel runterzufahren. Eine Lehrerin hatte uns in ihr Dorf eingeladen, eigentlich ein rancho. Ein rancho ist eine kleine Siedlung, die ein paar Fahrminuten vom eigentlichen Dorf entfernt liegt. Die Leute sind dann meistens in vielen Dingen Selbstversorger und zumindest um einige Tage auszuspannen ist es herrlich! Es gibt immer allerlei Tiere und so weiss man immer, wo Fleisch, Milch und Kaese herstammen. Letztes Mal haben sie einen Truthahn fuer uns geschlachtet, diesmal musste ein Hahn sein Leben lassen. War schon lustig zu beobachten, wie die halbwuechsigen Soehne des Hauses genauso aufgeregt waren wie die halbwuechsigen Hunde. Das Flattervieh hat der Flinte naemlich eine ganze Weile ein Schnippchen geschlagen, konnte aber sein Schicksal dann doch nicht abwenden. War dann auch eine sehr leckere Suppe..
Die Tierra caliente ist im Prinzip die Landschaft, die ich mir fuer Mexico so vorgestellt habe. Manchmal ist es eben auch schoen, ein Klischee bestaetigt zu sehen. Die Sonne brennt heiss auf die Huegel und Berge und es wachsen stacheliges Gestraeuch und verschiedenste Kakteen.Sieht besonders gut aus, wenn sich dann die grossen Greifvoegel darauf niederlassen. Selbstverstaendlich fehlen auch die Esel nicht. Ansonsten gibt es viele bunte Schmetterlinge, so eine Art Murmeltier, eine Spezialsorte Hasen, Cojoten und allerlei Reptilien. Die sind bei der Hizte leider immer zu schnell fuer Fotos.Wie auf den Fotos zu sehen, haben wir ein wenig Erfrischung im Fluss und im See gesucht. Der Fluss ist nur schlammig wegen einiger Regenfaelle, aber an sich nicht schmutzig. Die Badebekleidung der Wahl bestand in diesem Fall fuer Frauen aus Shorts und T-Shirt. In dem See mit den herrlichen Bergen ringsrum rumzuduempeln war ein tolles Gefuehl.Die Landschaft ist wunderschoen und weit.
Das Bild ganz unten stammt vom letzten WE und ist hier in der Naehe in Tzintzuntzan. Das heisst "Ort der Kolibiris", wenn ich auch leider keinen einzigen da gesehen habe...Jedenfalls ist es eine Pyramidenstaette der Tarasken hier. Die Tarasken sind ein indigenes Volk und rings um Nahuatzen wird in vielen Doerfern ihre Sprache Purepecha gesprochen. Hat mit Spanisch rein gar nichts zu tun. Es gibt sogar Schueler in der Schule, die fast kein Spanisch sondern nur Purepecha koennen.
Ansonsten waren wir am Samstag noch kurz im Freiwilligenhaus in Morelia und haben den Erfahrungen einiger anderer Freiwilliger gelauscht. Und da muss ich sagen, wir haben es hier gut getroffen.Eine wohnt z.B in einer Drogenhochburg in der Tierra Caliente. Dort ist regelmaessig Militaer zugegen und man kann abends auch nicht auf die Strasse gehen. Als wir in mit dem Bus in der Tierra Caliente unterwegs waren, haben auch ein paar Herren mit Maschinengewehren den Bus durchsucht. War alles ganz gediegen, muss es aber nicht sein. das Problem in hier ist, das Polizei und Militaer nicht grundsetzlich Freund und Helfer sind, sondern durchaus Willkuer an den Tag legen. Ansonsten sind sie hier in der Tierra Fria auf die Leute in der Tierra Caliente nicht ganz so gut zu sprechen. Weil sie eben durch Drogenhandel und -anbau sehr gut verdienen.Und weil man ihnen nachsagt, dass sie recht heissbleutig sind und schnell mal die Pistole ziehen. "La vida vale nada" - das Leben ist nichts wert.
Eine Freiwillige stand beim Attentat in Morelia auch mitten im Geschehen und hat noch Probleme mit den Ohren wegen dem Knall. Ich muss sagen, dass ich wirklich froh bin, dass ich weit weg war. Sich im Ausland noch mit Aerzten und anschliessend er Krankenversicherung rumzuschlagen, ist wirklich kein Spass.
Wir werden jedenfalls von unseren Familien ruehrend betreut und so gut zu essen bekomme ich bestimmt erst wieder......naja, bei meiner eigenen Mutti. Lediglich der Bikini sitzt jetzt etwas straff.
In diesem Sinne. Meinem Freund M in Norge rufe ich zu: ab jetzt lasse ich den Loeffel Sahne nach dem Essen weg. :-)

Besitos an alle und natuerlich jede Menge Aloha,

Eva

4 Kommentare:

meerblickzimmer hat gesagt…

Ich lese zwischen den Zeilen, das du dir Mexico anders vorgestellt hast. Wärmer und so. Stimmt das? Hoffe trotzdem das Projekt schmeckt und du fühlst dich wohl. Hast du noch Kontakt mit den anderen Freiwilligena aus dem Projekt oder haste nach der Anfangsbekanntschaft gar keine Lust mehr drauf ;)

Und wie sieht eigentlich dein weiterer Zeitplan aus? Weihnachten unter Palmen. Bleibst du bis dahin in Mexico? Und danach?

Hier ist der Herbst da. Sturm, Regen, Sturm, Regen, Sturm und Regen. Schöne Mischung, gerade wenn das Holz knistert und es drinnen warm ist.

Lg aus Norge! M

Zusatzzahl hat gesagt…

Kann mir gar nicht vorstellen dass bei Dir was kneifen kann...obwohl...nach diversen "Sex on the Beach-Sauf-Abenden" :-)
Siehst sehr gut aus! Schön, dass Dir die mexikanische Sonne so gut tut!

Viele Grüße aus der klirrend kalten Pfalz

Mutti hat gesagt…

Tja, die Geschmäcker sind verschieden! Bei dem bloßen Gedanken schon beim Nichtstun zu schwitzen --> igitt!
Ich genieße den Herbst mit den herrlichen Farben der Blätter und den moderaten Temperaturen, dem Wind und ab und zu einer tief stehenden Sonne. Der Wald duftet einfach herrlich! Wir sind mit Fips jeden Tag fast eine Stunde unterwegs und "pflücken" gelegentlich auch ein paar Pilze.
Was meinstDu, kannst Du ein paar von den Weihnachtsplätzchen-Rezepten, die ich Dir geschickt habe, in Hawai praktisch umsetzen?
Mit Chile sind wir noch am "Rödeln".
Dann weiterhin schöne Erlebnisse in Mexiko, tollen Kenntniszuwachs beim Spanischen und liebe Grüße!

karl einert hat gesagt…

Liebe Eva!Von der Sonne könnten wir jetzt etwas gebrauchen,denn es geht wieder in die blöde ,kalte Jahreszeit.Welche wir immer mehr hassen.Das ist eben im Alter so.Ich bin jetz am Arbeiten um die Hütte dicht zu machen.Habe gestern Bäume ausgeschnitten und das viele Laub entfernt.Gestern rief auch Peter an.Er ist nun bis Mai nächstens Jahres in Aachen.Es ist aber besser, als wie in der Provinz ,wo er vorher war.Bei Oma geht es noch nicht wieder besser.Sie bekommt diese blöde Bronchitis nicht los,Für den Rücken bekommt sie jetzt Akupunktur.Hoffentlich lindert das etwas die Schmerzen.Sonst geht alles seinen alltäglichen Gang.Liebe Eva Dir wünschen wir eine schöne Zeit.Das Du viele Erfahrungen gewinnst.Bleib uns schön gesund und sei ganz lieb gegrüßt von Oma und Opa.Wir freuen uns schon auf den Tag ,wenn wir uns wiedersehen!!