Dienstag, 21. Oktober 2008

Just for fun

Hat rein gar nichts mit Mexico zu tun. Aber vielleicht koennt ihr drueber lachen, ich finde die zwei Buben aus Neuseeland witzig.



Hasta luego!

Montag, 20. Oktober 2008

Tierra caliente - es wird heissssss

Liebe Familie und Freunde, ich melde mich zureuck aus einem herrlichen Wochenende. Meine sonnenhungrige Seele hat aufgetankt, und zwar in der Tierra Caliente. Das heisst soviel wie "heisse Erde" und macht seinem Namen alle Ehre. Schon vom puren Nichtstund rann mir der Schweiss aus den Poren. Die Reise dauerte ein paar Stunden aber trotzdem ist es seltsam von 3000m auf fast Meeresspiegel runterzufahren. Eine Lehrerin hatte uns in ihr Dorf eingeladen, eigentlich ein rancho. Ein rancho ist eine kleine Siedlung, die ein paar Fahrminuten vom eigentlichen Dorf entfernt liegt. Die Leute sind dann meistens in vielen Dingen Selbstversorger und zumindest um einige Tage auszuspannen ist es herrlich! Es gibt immer allerlei Tiere und so weiss man immer, wo Fleisch, Milch und Kaese herstammen. Letztes Mal haben sie einen Truthahn fuer uns geschlachtet, diesmal musste ein Hahn sein Leben lassen. War schon lustig zu beobachten, wie die halbwuechsigen Soehne des Hauses genauso aufgeregt waren wie die halbwuechsigen Hunde. Das Flattervieh hat der Flinte naemlich eine ganze Weile ein Schnippchen geschlagen, konnte aber sein Schicksal dann doch nicht abwenden. War dann auch eine sehr leckere Suppe..
Die Tierra caliente ist im Prinzip die Landschaft, die ich mir fuer Mexico so vorgestellt habe. Manchmal ist es eben auch schoen, ein Klischee bestaetigt zu sehen. Die Sonne brennt heiss auf die Huegel und Berge und es wachsen stacheliges Gestraeuch und verschiedenste Kakteen.Sieht besonders gut aus, wenn sich dann die grossen Greifvoegel darauf niederlassen. Selbstverstaendlich fehlen auch die Esel nicht. Ansonsten gibt es viele bunte Schmetterlinge, so eine Art Murmeltier, eine Spezialsorte Hasen, Cojoten und allerlei Reptilien. Die sind bei der Hizte leider immer zu schnell fuer Fotos.Wie auf den Fotos zu sehen, haben wir ein wenig Erfrischung im Fluss und im See gesucht. Der Fluss ist nur schlammig wegen einiger Regenfaelle, aber an sich nicht schmutzig. Die Badebekleidung der Wahl bestand in diesem Fall fuer Frauen aus Shorts und T-Shirt. In dem See mit den herrlichen Bergen ringsrum rumzuduempeln war ein tolles Gefuehl.Die Landschaft ist wunderschoen und weit.
Das Bild ganz unten stammt vom letzten WE und ist hier in der Naehe in Tzintzuntzan. Das heisst "Ort der Kolibiris", wenn ich auch leider keinen einzigen da gesehen habe...Jedenfalls ist es eine Pyramidenstaette der Tarasken hier. Die Tarasken sind ein indigenes Volk und rings um Nahuatzen wird in vielen Doerfern ihre Sprache Purepecha gesprochen. Hat mit Spanisch rein gar nichts zu tun. Es gibt sogar Schueler in der Schule, die fast kein Spanisch sondern nur Purepecha koennen.
Ansonsten waren wir am Samstag noch kurz im Freiwilligenhaus in Morelia und haben den Erfahrungen einiger anderer Freiwilliger gelauscht. Und da muss ich sagen, wir haben es hier gut getroffen.Eine wohnt z.B in einer Drogenhochburg in der Tierra Caliente. Dort ist regelmaessig Militaer zugegen und man kann abends auch nicht auf die Strasse gehen. Als wir in mit dem Bus in der Tierra Caliente unterwegs waren, haben auch ein paar Herren mit Maschinengewehren den Bus durchsucht. War alles ganz gediegen, muss es aber nicht sein. das Problem in hier ist, das Polizei und Militaer nicht grundsetzlich Freund und Helfer sind, sondern durchaus Willkuer an den Tag legen. Ansonsten sind sie hier in der Tierra Fria auf die Leute in der Tierra Caliente nicht ganz so gut zu sprechen. Weil sie eben durch Drogenhandel und -anbau sehr gut verdienen.Und weil man ihnen nachsagt, dass sie recht heissbleutig sind und schnell mal die Pistole ziehen. "La vida vale nada" - das Leben ist nichts wert.
Eine Freiwillige stand beim Attentat in Morelia auch mitten im Geschehen und hat noch Probleme mit den Ohren wegen dem Knall. Ich muss sagen, dass ich wirklich froh bin, dass ich weit weg war. Sich im Ausland noch mit Aerzten und anschliessend er Krankenversicherung rumzuschlagen, ist wirklich kein Spass.
Wir werden jedenfalls von unseren Familien ruehrend betreut und so gut zu essen bekomme ich bestimmt erst wieder......naja, bei meiner eigenen Mutti. Lediglich der Bikini sitzt jetzt etwas straff.
In diesem Sinne. Meinem Freund M in Norge rufe ich zu: ab jetzt lasse ich den Loeffel Sahne nach dem Essen weg. :-)

Besitos an alle und natuerlich jede Menge Aloha,

Eva

Freitag, 10. Oktober 2008

Koerner, die die Welt bedeuten

Willkommen zu Hause an den Bildschirmen! WIr waren letztens mal wieder elotes (Maiskolben) essen und daher stelle ich euch heute ein paar farblich beeindruckende Variationen vor. Ich bin auch gerade zur richtigen Jahreszeit da, denn frisch geerntet wir natuerlich nur im Herbst.
Meine Grosseltern haben ja gefragt, was in der Schule so "abgeht" und ich werde etwas berichten. Unsere Schule hat ca 300 Schueler von 15 bis 19 Jahren. Es ist eine sog. "Prepa", d.h. danach sind sie praepariert fuer die Uni. Zumindest ist das das Ziel. Einige scheiden auch schon frueher durch Heirat und Kinder aus; durchaus schon mit 15 Jahren!
Wie so viele Dinge in Mexico, birgt auch die Schule fuer mich einige Widersprueche. So haben sie zum Beispiel einen Klassensatz an Computern. Auf der anderen Seite tropft es einem beim Unterrichten schon mal auf den Kopf (viele Haeuser haben undichte Decken), es fehlen Fensterscheiben und Heizung gibt es auch keine. Ich hatte ja schon erwaehnt, dass Nauhatzen fuer "Ort des Eises" steht, oder? Ich weiss also nicht, wie die Jungs und Maedels hier im November mit angefrorenen Fingern schreiben wollen. Was ich richtig schlimm finde, sind die Vorschriften zur Schuluniform. Die Maedchen duerden nur 1-2x/Woche im Trainingsanzug kommen und sonst muessen sie Rock tragen. Auch im Winter, was wirklich gesundheitsschaedlich ist hier. Fuer meinen Englischunterricht nachmittags habe ich ca 6 feste Schueler, die fast immer kommen. So kann ich ein wenig Kontinuitaet reinbringen. Manchmal denke ich auch, wir kommen voran. Dann wieder koennen sie keinen simplen Satz zusammenbasteln. Naja. Apropos basteln. Diese Woche waren einige Kindergaerten zu Besuch und wir haben mit den niños gebastelt. Im Rahmen der Vorbreitung dazu habe ich mich ein wenig in die Papierfaltkunst Origami eingarbeitet. Nun kann ich fast im Schlaf Schmetterlinge, Karnickel, Kraniche und Herzen/Sterne/Brezeln falten. Ich denke, ich werde das fuer ein paar Weihnachtsbastelstunden noch verfeinern. Ich muss zugeben, dass ich gedanklich schon zu Weihnachten am Strand sitze. Ist reichlich frueh, aber hier passiert einfach nicht viel, auch wenn die Leute alle wirklich nett sind. Auswanderungsphantasien fuer Mexico hege ich allerdings eben nicht. Und schnief, manchmal haette ich gern meine Ruhe und wuerde niemanden sehen, aber geht nicht. Alleine spazieren gehen wird allgemein nicht empfohlen und dann werde ich mich zur Abwechslung auch dran halten. Wenn ich abends im Bett liege, freue ich mich schon auf Hawaii, wo es schoen warm ist. Bloed nur, dass ich zur besten Regenzeit in Hilo sein werde..In dem Haus, wo wir gerade wohnen, ist die beste Dusche, die ich bisher hatte. Man stellt sich in einen Bottich und bekippt sich den Ruecken mittels einen kleinen Eimerchens mit Wasser. Herrlich. So aehnlich stelle ich mir das in diesen Norwegerhuetten vor - nur das es hier immer so ist.
Die Arbeitsweise hier (ich kann ja nur fuer die Schule sprechen)ist fuer mich auch in einigen Aspekten gewoehnungsbeduerftig. Ich fand es zB schade, dass wir nicht detailliertere Infos fuer diese Bastelstrasse fuer die Kids bekommen haben. Wenn man alles mit etwas Weitblick vorbereitet, haben alle Beteiligten mehr Spass und es liesse sich Stress vermeiden. Das ist, glaube ich, der entscheidende Punkt hier. Material und Infrastruktur ist durchaus gegeben. Man koennte nur wesentlich mehr rausholen mit meh Planung. Soweit mein deutscher Standpunkt dazu.
Mein Spanisch reicht inzwischen fuer die taeglichen Gespraeche bei Tisch. Ich aergere mich selbst, dass ich nicht abends noch immer mal ein paar mehr Vokabeln nachschlage. Aber irgendwie bin ich schon so geasaettigt vom Tag - ich befinde mich ja sozusagen in einem 24-Sprachkurs. Naja- so ist (wuerde mein Capoeira-Trainer sagen).


Besitos und Aloha (haha, ich hab mir schon ein Surfbrett sciherstellen lassen fuer Big Island),

Eva

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Schwein am Spiess

Liebe Freunde,
Was hat sich so zugetragen? Letztes WE waren wir wiedermal auf einer Kirchenfiesta, diesmal in San Juan Nuevo. Erinnert ihr euch an die Kirche mitten in der Lava? In besagtes Doerfchen wurden die Dorfbwewohner umgesiedelt. Und nun gibt es jedes Jahr ein fest um den Dorfpatron gnaedig zu stimmen. In der Kirche sah es ein wenig aus wie in der Rentnerdisko, den der Brauch fordert es, dass man sich mit jew 3 Schritten nach vorn und 2 zurueck dem Altar naehert. Wenn die Leute das rhythmisch machen, sieht es aus als ob sie in der Kirche tanzen.Ich bin immer wieder fasziniert von der tiefen Glaeubigkeit hier.Die Teenager sehen eigentlich recht westlich aus: lackierte Naegel, Piercings, gefaerbte Haare, Jeans, Haargel, was weiss ich. Um so mehr erstaunt es mich dann, wenn eine Maedchen (moeglichst noch bauchfrei) auf Knien an mir vorbei in Richtung Altar rutscht. Der abgebildete Jesus ist uebrigens nicht aus der Kirche sondern so sehen hier die Kalender aus, die die Firmen zu Werbezwecken verschenken. In jedem Zimmer eines Hauses hier haengen mindestens ein bis zwei Bilder oder Kreuze. Oefter sitzen auch kleine Jesuskindpuppen mit weissen Wollstricksachen herum. Ich finde immer, dass besonders die Jesuse am Kreuz nicht fuer besondes heitere Stimmung sorgen. Aber ist wohl auch nicht unbedingt so gedacht.
Das jetzige WE waren wir wieder in waermeren Gefilden. Reiten, essen, nichts tun. Bitte seht selbst im Foto, warum man mich nur noch “das Cowgirl” nennt.
Das Schwein aus dem lezten Beitrag ist inzwischen 9fache Mutter. Ich wollte ein Foto mit einem Ferkelchen schiessen. Sie sind wirklich putzig und glaenzen als waeren ihre Borsten aus Seide. Der Wicht hat aber gebruellt, als ob ich ihn dirket abstechen wollte und gezappelt hat er auch als ginge es ihm an den roas Kragen. Ich kann das beurteilen, denn genau das hat sich neulich im Nebenhaus geschehen. Schoen ist das Gebruell nicht, aber es erhoeht enorm den Respekt vor einem Steak auf dem Teller…So wird mir der Kreislauf des Lebens vor Augen gefuehrt.
Nun moechte ich kurz ueber einen kulturellen Unterschied reflektieren. Mir scheint, dass Beschaeftigung alleine hier nicht besonders populaer ist. Das ist fuer mich manchmal recht anstrengend, denn man muss eigentlich staendig praesent sein und sich ggf in der Gruppe langweilen. Mal alleine im Zimmer sitzen, alleine lesen oder spazieren gehen ist irgendwie schwierig. Gleich denken sie immer man fuehle sich unwohl, haette schlechte Laune oder waere traurig. Eigentlich hocken die Familien immer beieinander.
Es kam ja die Frage nach unserer Unterbringung auf. Wir wohnen bereits in der 5ten Familie, weil wir jede Woche weiterziehen. das ist insofern sehr interessant, als das wir viele verschiedene Lebensweisen kennenlernen. Ich beurteile die Zimmer inzwischen nach Temperatur, ob es warmes Duschwasser gibt und ob ich mit A. ein Bett teile oder ein eigens habe. Sie klaut mir immer die Decke und aus Platzmangel hab ich mir letzens den Arm verrenkt. Die Familien sind alle sehr nett und wir plaudern immer ueber Deutschland und die Unterschiede zu Mexico. Immer ein Thema sind die USA, denn jede Familie hat einige Mitglieder, die in den Staaten arbeiten. Die ueberwiegende Mehrheit natuerlich illegal, die meisten sind in Californien, Texas oder Illinois (Chicago).Die Millionen illegalen Mexikaner sind fester (trauriger) Bestandteil der amerikanischen Wirtschaft. Dadurch, dass sie illegal sind, kommen einige jahrelang nicht nach Hause zurueck. Viele Familien sehen den Vater ewig nicht. Und es gibt auch Eltern, die ihre Kinder bei den Grosseltern in Mexiko zuruecklassen. Die illegale Einwanderung ist nicht ohne Gefahr und es muessen sog. Cojoten fuer ihre Schleuserdienste bezahlt werden. Ich finde es schon sehr traurig, aber das Geld scheint zu locken. Aehnlich wie mit den Tuerken in Deutschland, ist die Integration haeufig maessig. So kommt es, dass die Mexikaner auch nach Jahrzehnten mitunter kaum englisch sprechen. Im Dorf kann man an der Groesse des Hauses meist ganz gut ablesen, wer ein Familienmitglied in den Estados hat.
Ja, da fuehle ich mich manchmal auch beschaemt, dass ich quasi zum Spass durch die Weltgeschichte reise.

Wir werden wohl dieses WE mal versuchen einen deutschen Apfelkuchen zu backen.


Viele liebe Gruesse,

la gallina feliz